Algorithmischer Einfluss

2/5/20262 min read

von Romeo Gayon

Beim modernen Jugendlichen hat sich Social Media in die Routine eingebrannt, sei es frisch nach dem Aufstehen, während dem Essen oder lange, noch bevor man endlich schlafen geht. Der Algorithmus hält einen auf Trab und ehe man sich versieht, ist die Inspiration durch ihn entschieden, mit welcher Einstellung man durch den Tag geht. Social Media ist schon seit geraumer Zeit über den Titel “Zeitvertreib” hinausgewachsen und hat sich zu einem eigenen Lebensraum entwickelt für Kommunikation, Konsum und Vergleich.

Apps wie Instagram oder TikTok wissen schon langsam selbst besser, was der Nutzer will oder eher, was den Nutzer länger am Bildschirm hält. Der Algorithmus stellt schon fast einen übermotivierten Freund dar, welcher die ganze Zeit schreit: “Nur noch ein weiteres Video, was dir gefallen könnte. " Kleiner Spoiler: Es funktioniert fast immer. Trends und Memes kommen und gehen im Sekundentakt, Creator suchen den perfekten Hook, um dich länger bei ihren Videos zu halten, um ihre Watchtime hochzuhalten.

Erst Minimalismus, dann ein Shopping-Haul-Video. Konsum verwandelt sich in Identität und Kommerzialisierung zur Normalität. Für die meisten fühlt es sich so an, wenn sie einmal nicht mitmachen, verpassen sie was. Auch besser bekannt als “FOMO”(The Fear Of Missing Out). Der Großteil empfindet es auch nicht mehr als Gefühl, sondern eher als einen Dauerzustand. Während diesem Konsum fängt auch an das Selbstwertgefühl durch den “perfekten Körper”, das “perfekte Leben” oder den “perfekten Filter” leise im Hintergrund zu leiden, wie eine ungeschlossene App im Hintergrund, welche die Leistung verschlechtert. Schönheits- und Lifestyle-Ideale überall. Likes ersetzen Anerkennung, Aufrufe werden zu einer Währung des Selbstwertgefühles und wer hier nicht mithält, fragt sich dann langsam, ob etwas nicht mit sich selbst stimmt. Ein schlechter Tag für Mental Health. Und es geht auch noch härter.

Cybermobbing tritt rund um die Uhr gnadenlos, anonym und öffentlich auf einen ein, seien es Kommentare, Memes oder Reactions, die Möglichkeiten sind schon so gut wie endlos, wie man eine Person fertig machen kann. Als ob das nicht schon genug wäre kommen noch Fake-News dazu, die im Internet, hauptsächlich durch Social Media, von jedem verbreitet werden könnten. Damals erkannte man Fake-News noch an schlechten Headlines oder Fehlern in den beigelegten visuellen Materialien, doch jetzt lässt sich durch KI leichter Material fälschen und die Massen an Likes und Aufrufen lassen manche Sachen schon seriös wirken. Da der Algorithmus Emotionen liebt, sind da die Fakten eher optional. Wahrheit wird durch Wiederholung bestimmt und nicht mehr durch Richtigkeit.

Bleibt also die Frage: ist Social Media eine Chance oder ein Risiko?

Die Antwort: beides. Social Media verbindet, informiert und unterhält, doch überfordert gleichzeitig. Man kann es als Tool, Spielzeug oder Stolperfalle sehen. Jedoch geht es vielleicht nicht darum, seinen Konsum drastisch zu verringern, sondern herauszufinden, warum und wofür man es tut.